Kawah Ijen – eine Nachtwanderung auf einen Vulkan

Kawah Ijen, Banyuwangi, Indonesia

Blick auf den Sonnenaufgang vom Kawah Ijen

Es war einer der Hauptgründe, weshalb ich mich für einen Urlaub in Indonesien entschieden habe: Der Besuch eines Vulkans. Zur Auswahl standen der Mount Bromo oder der Mount Ijen. Aus Zeitgründen haben wir uns diesmal für den Mount Ijen entschieden, verbrachten wir doch die meiste Zeit des Urlaubs auf der Nahe gelegegen Insel Bali. Auch wenn etwas weniger bekannt, so ist der Mount Ijen schliesslich nicht weniger beeidruckend. Der Vulkan oberhalb von Banyuwangi ist für den Schwefelabbauf bekannt. Der Kratersee wird von Experten als grösstes Säurefass der Welt bezeichnet. 

Und so sind wir zuerst mit dem Auto von Kuta (Bali) nach Gilimanuk gefahren. Von dort ging es mit der Fähre weiter nach Banyuwangi. Die Fähre benötigt aufgrund der starken Strömung zwischen Bali und Java ungefähr eine Stunde für die Überquerung der Bucht.

Kawah Ijen, Banyuwangi, Indonesia

Blick vom Mount Ijen: Irgendwo da hinten liegt Banyuwangi und die Bucht vor Bali

Am nächsten Tag haben wir uns bereits kurz nach Mitternacht aufwecken lassen. Eine Stunde ging es dann mit dem Auto den Berg hinauf. Geschlafen haben wir übrigens irgendwo in der Mitte zwischen Banyuwangi und dem Ijen. Dort gibt es eine Vielzahl an Resorts und sogenannten „Home Stays“. Nach der Autofahrt folgte zum Abschluss ein ca. 90 Minuten langer und ziemlich anstrengender Aufstieg zu Fuss.

Zugegeben: Ich war total überrascht. Und wohl nicht nur ich. Auf dem Weg zum Gipfel lagen immer wieder erschöpfte Touristen auf dem teils sehr steilen Weg und waren gezwungen eine kurze Pause einzulegen. Um zwei Uhr morgens wird der Aufstieg auch durch die schlechte Sicht erschwert. Der Berg lag oft in dichtem Nebel und aufgrund der Dunkelheit haben wir kaum einmal mehr als zwei Meter weite Sicht.

Kawah Ijen, Banyuwangi, Indonesia

Der Kratersee vom Kawah Ijen. Das grüne Wasser ist schwefelhaltig.

Insgesamt bin ich an diesem morgen 11 km gewandert – vor 9 Uhr morgens. Belohnt wurden wir mit dem Blue Fire (der Vulkan ist bekannt für sein blaues Feuer in der Nacht) und mit einem genialen Sonnenaufgang kurz nach 5 Uhr. Danach wurde der Ausblick, mit dem Tageslicht erst so richtig toll. Ich war und bin noch immer beeindruckt.

Im Licht der Morgensonne erschien dann auch der grüne See im Krater des Ijens. Grandios und wunderschön sind auch die Berge um den Krater herum. Gelohnt hat sich die Wanderung auf jeden Fall. Ich würde sofort wieder auf den Kawah Ijen hinauf.

Kawah Ijen, Banyuwangi, Indonesia

Eindrückliche Sicht auf den Kawah Ijen

Was Du bei der Tour beachten solltest:

  • Bringe warme Kleidung mit. Durch den Wind ist es auf dem Gipfel gefühlte 0 Grad.
  • Gehe spätestens um 2 Uhr zu Fuss los. So hast Du Zeit um das Blue Fire (bis ca. 5 Uhr) und den Sonnenaufgang zu sehen.
  • Nimm Dir einen Guide und bring eine Taschenlampe mit. Ev. auch ein Ersatz-Shirt. Du wirst beim Aufstieg schwitzen. Und auf dem Gipfel ist es kalt.
  • Willst du in den Krater, benötigst Du eine Atem-Maske. Diese kannst Du zusammen mit dem Guide im Tal unten mieten.
  • Um den Sonnaufgang zu geniessen, solltest Du etwas weiter über den Krater aufsteigen. Die Guides wissen Bescheid, wo der beste Ort für den Sonnenaufgang ist. Dieser Aufstieg dauert nochmals ca. 30 Minuten, lohnt sich aber definitiv.
  • Geniesse jede Minute auf dem Ijen!
  • Ich empfehle Dir auch diesen Bericht von Lisa auf Indojunkie.com zu lesen.

Kleine Bemerkung am Rande: alle Fotos sind unbearbeitet und wurden mit einem iPhone 7 Plus aufgenommen.

1 Kommentar

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