Wuala – Wie gut ist die sichere Cloud-Alternative?

Cloud Dienste gibt es wie Sand am Meer. Aber spätestens seit PRISM und dem NSA Skandal in den Vereinigten Staaten ist den meisten Usern auch klar geworden: Deine Daten in der Cloud gehören nicht dir alleine. Und so sind verschlüsselte Dienste wie Mega oder Wuala plötzlich vermehrt im Trend. In der Hoffnung, dass die Geheimdienste die Daten doch nicht so schnell entschlüsseln können. Ich persönlich nutze Wuala sein einigen Jahren. Ich war beim Launch damals sogar ein Beta Fester. Trotzdem: Bisher hat sich Wuala bei mir nicht gegen Google Drive durchgesetzt. Doch die Dropbox scheint Wuala auf meinen Geräten nach und nach zu ersetzen.

Klares Versprechen von Wuala!

Sicherheit: Ein klares Versprechen von Wuala!

Was ist an Wuala besonders? Im Newsletter von anfangs Juli ist Wuala ziemlich klar darauf eingegangen. Und auch auf der Homepage des Schweizer Unternehmens ist viel Platz für dieses Thema reserviert.

Da die Verschlüsselung stattfindet, bevor die Dateien Ihren Computer verlassen, errichtet Wuala praktisch Schutzwand um unsere in der Cloud gespeicherten Daten. Die Mitarbeiter von LaCie haben nur sehr beschränkten Zugriff auf Ihre Daten. Sie können ausschließlich sehen, wie viele Dateien jemand gespeichert hat und wie viel Speicherplatz diese Daten belegen. Die Daten selbst sowie alle Metadaten (Ordnernamen, Dateinamen, Kommentare, Bildvorschauen, etc.) sind verschlüsselt – und auf verschiedensten Servern abgelegt.

Das die Daten von Wuala ausschliesslich in Europäischen Rechenzentren gespeichert werden, ist nicht wirklich ein Schutz vor internationale Geheimdiensten. Das wissen wir spätestens seit ein paar Wochen. Trotzdem ist die Verschlüsselung der Daten vor dem Upload natürlich ein gewichtiges Argument für Wuala. Doch vergleichen wir einmal Wuala mit anderen Clouddiensten. Ich mache meinen Vergleich einfach mal mit Dropbox und Google Drive, da ich beide Dienste sehr genau kenne und mir daher einen Vergleich zutraue.

Klares Versprechen. Dürfen wir Wuala vertrauen?

Klares Versprechen. Dürfen wir Wuala vertrauen?

Die Einrichtung

Die Einrichtung ist ziemlich einfach und dauert wie bei Google Drive oder Dropbox nicht sehr lange. Während man bei Dropbox und Google Drive einen Client auf sein Mac oder Windows-PC herunterlädt, und anschliessen alle zu synchronisierenden Daten in den jeweiligen lokalen Ordner verschiebt, sieht das ganze bei Wuala ein wenig anders aus.

Zuerst wird eine Applikation heruntergeladen. Anschliessend sagt man Wuala einfach jene Ordner, welche man mit dem lokalen Rechner synchronisieren möchte. Dies reicht damit die gewünschten Daten auf Wuala geladen werden. Definitiv ein grosser Vorteil von Wuala. So kann man einzelne Order auf der bestehenden Dateistruktur auf dem PC sichern resp. synchronisieren – ohne die Daten wie beispielsweise bei Google Drive in einen eigens dafür vorgesehenen Ordner verschieben zu müssen.

Mögliche Einstellungen

Wuala lässt viele Einstellungsmöglichkeiten zu. So habe ich beispielsweise ausgewählt, dass mein normaler „Download-Ordner“ in meinem iMac mit jenem auf dem MacBook und jenem auf Windows automatisch synchronisiert wird. Zudem wird von meinem Google Drive einmal in der Stunde ein Backup erstellt. Und mein Ordner mit aller Korrespondenz und Quittungen wird automatisch mit Wuala, nicht aber auf die anderen Rechner synchronisiert. Es gibt also viel mehr Möglichkeiten als bei Google Drive oder Dropbox, die beide grundsätzlich nur die Ein-/Ausschaltung der Synchronisation der Ordner in einer fixen Ordnerstruktur zulassen.

Dazu kommt eine Art “Time-Machine”. Diese Zeitmaschine lässt verschiedene Versionen von Ordnern oder Dateien zu. Ideal, wenn einmal etwas zu rasch geändert oder gelöscht wurde.

Geschwindigkeit und Leistung

Man hat das Gefühl, dass gerade Dropbox beim Start des Rechners extrem viel Ressourcen verbraucht. Dies ist bei Wuala nicht der Fall. Wuala startet schnell und zuverlässig.

Aber die Uploadgeschwindigkeit der Daten ist aussergewöhnlich langsam. Ich weiss nicht, ob es damit zusammen hängt, dass alle Daten vor dem Upload zuerst verschlüsselt werden, oder die Leitungen zu den Servern schlicht überlastet sind. So nimmt ein erster Upload der Daten extrem viel Zeit in Anspruch. Schade ist auch, dass kein Datenzugriff aus einem Webbrowser zur Verfügung steht. Während beispielsweise die Mega Cloud Daten vor dem Upload via Browser verschlüsselt, geht Wuala auf Nummer sicher und lässt dies nur mit Ihrem Client zu.

Sicherheit

Ganz klar: Wuala ist viel sicherer als Dropbox oder Google Drive. Durch die Verschlüsselung lokal auf dem Rechner, bevor die Daten überhaupt ins Internet gelangen, ist die Sicherheit sehr gross. Ebenfalls werden die einzelnen verschlüsselten Datenpakete auf verschiedenen Servern gespeichert. Und auch die Metadaten (Ordnernamen, Dateinamen, Bildvorschauen) sind verschlüsselt.

Doch auch bei Wuala gilt: Die Daten sind nur so sicher wie das Kennwort des Users. Geht das Kennwort verloren, so kann dieses jedoch auch nicht wieder hergestellt werden, da Wuala dieses auch nicht kennt. Jedoch bietet Wuala im Gegensatz zu Dropbox und Google Drive keine 2-way-autentification an.

Grosse Auswahl an teilweise leider mittelmässigen Apps

Grosse Auswahl an teilweise leider mittelmässigen Apps

Apps für die Cloud

Immer wichtiger werden kompatible Apps. Hier hat Google und Dropbox wieder klar die Nase vorn. Die Android App von Wuala ist nicht schlecht. Jene auf iOS jedoch ziemlich veraltet, der Funktionsumfang eher bescheiden. Der Upload von Daten ist je App teilweise möglich, nicht möglich ist aber beispielsweise die Dateifreigabe an eine weitere Person. Hierzu muss man sich am Rechner befinden.

Was Wuala ebenfalls fehlt sind API’s und weitere eingebundene Apps wie Fax- oder Scan-Services. Der Grund dürfte aber klar sein: Datenschutz.

Speicherpreise

Während Speicherplatz bei Wuala für 20 GB im Monat CHF 3.95 und für 100 GB CHF 11.95 kostet, so kosten 100 GB beim Konkurrenten Google gerade mal $ 4.99 im Monat. Und bei Dropbox liegen die Speicherpreise bei $ 8.25 für 100 GB. Wuala ist also klar der teuerste Anbieter. Wer etwas mehr als die kostenlosen 5GB erhalten möchte: Mit einer Anmeldung unter diesem Link startest Du mit 6 GB anstelle 5 GB Gratisspeicher.

Mein Fazit

Zusammengefasst ist Wuala eine vielseitige, gute Alternative zu Google Drive und der Dropbox. Wuala ist jedoch beim Datenupload oft sehr langsam und der Online-Speicher ist (sehr) teuer. Wuala ist viel sicherer als die Alternativen, bietet jedoch leider eher bescheidene Apps für Android und iOS.

Der Workflow von Google Drive in Anbindung zu Google Docs und Google Tabellen ist jedoch weiterhin unerreicht. Wer viel Wert auf Sicherheit legt und trotzdem nicht auf eine Cloud verzichten möchte, der sollte sich aber Wuala anschauen. Mit einer Anmeldung unter diesem Link startest Du mit 6 GB anstelle 5 GB Gratisspeicher.

Disclaimer: Dieser Blogpost enthält Affiliate-Links. Diese haben jedoch in keinster Weise die Bewertung von Wuala beeinflusst. Weder Wuala noch LaCie hat diesen Blogpost bezahlt.

8 Kommentare

    • Wenn ich dies im englischen nun richtig verstanden habe, dann ist das ziemlich gleich, mit einem grossen Unterschied: Dropbox verschlüsselt im Netz, Wuala verschlüsselt zuerst und lädt die Daten erst dann ins Netz. Das wäre dann eben der kleine, aber feine Unterschied. Korrekt?

      • Nicht nur, denn bei Dropbox kennt eben Dropbox den Schlüssel (und somit jeder welcher den Schlüssel von Dropbox bekommt), bei Wuala kennst nur du den Schlüssel.

        • Aber zu diesem Schlüssel: Knacken kann ich diesen mit meinem Kennwort. Und dieses ist leider in den meisten Fällen Schwachstelle No. 1. Aber es ist klar, Dropbox ist da sicherlich weniger sicher als Wuala.

  1. Vorweggeschickt: Mir gefällt Wuala wirklich gut, aber 100% Datensicherheit gibt es in der Cloud auch damit nicht.

    Man sollte nicht unerwähnt lassen, dass Wuala ein Produkt aus dem Hause Seagate ist. Eine amerikanischen Firma, die damit natürlich problemlos seitens NSA oder ähnlichen Diensten dazu „ermuntert“ werden kann, Hintertürchen in ihre Software einzubauen. Da die Clientsoftware von Wuala nicht neutral auditiert wird, kann keiner wissen, was mit den Daten VOR der Verschlüsselung passiert oder was das nächste Softwareupdate an Überraschungen birgt.

    Will sagen: man sollte sich keiner Illusion hingeben, wenn jemand mit entsprechenden Ressourcen an die Daten ran will, dann schafft er es auch. Und je stärker Wuala mit dem Sicherheitsaspekt wirbt, desto attraktiver wird es naturgemäß für schwarze Schafe unter den Usern, die wirklich was zu verbergen haben. Und damit wiederum für diejenigen, die schwarze Schafe jagen. Oder die einfach nur ganz ordinäre Wirtschaftsspionage betreiben wollen.

  2. Pingback: Wuala stellt den Betrieb ein | AmizadeCH

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